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WISSEN SIE, DASS… Die erste Mimi im Fernsehen!

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Die Oper musste früher oder später im Fernsehen erscheinen. Das geschah zum ersten Mal am 19. Mai 1947, als der dritte und vierte Akt von Puccinis La Bohème „live“ von der BBC übertragen wurde. Mit dieser Realisation führte die British Broadcasting Corporation eine echte Pioniertat aus. Bisher hat es kein anderer Fernsehsender – zu dieser Zeit ein relativ neues Medium – geschafft, ein solches Unterfangen durchzuführen.
Die letzten beiden Akte von Puccinis Oper mit ihrer gemütlichen Szenerie und persönlichen Dialogen eignen sich besonders gut für das Fernsehen; es gibt keine Chöre und komplizierten Gruppenszenen und die Darsteller können in einer breiten Szene live auf dem Bildschirm erscheinen.

Frühere Versuche der „Oper im Fernsehen“ wurden schon vor dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt, z. B. am 13. November 1936 strahlte BBC Fragmente der Oper Mister Pickwick von Albert Coates aus.

Andere folgten der BBC und obwohl die Oper heute kein besonders „aufdringlicher“ Gast auf der Mattscheibe ist, erscheint sie manchmal dort…
Das spektakulärste, aber auch das – bislang – komplizierteste gemeinsame Projekt von Oper und Fernsehen war die „Live-Aufführung“ von Tosca im Jahr 1992 – in Echtzeit und an realen Orten, die im Libretto der Oper beschrieben sind. Es war eine wahre Weltmeisterschaft!
In der Vorstellung von Brian Large spielten: Catherine Malfitano (Tosca), Placido Domingo (Cavaradossi) und Ruggiero Raimondi (Scarpia) – unter der Leitung von Zubin Mehta.
Es war übrigens auch eine faszinierende „Live-Tour“ durch die Ewige Stadt. Man möchte sagen – mehr bitte!